DOSSIER PC-GRUNDKENNTNISSE
Wer die Möglichkeiten eines PC erkannt hat, kann kaum mehr auf ihn verzichten. INicht mehr ganz jungen Menschen fällt es aber oft schwer, die ersten Schritte in die Computerwelt zu wagen. Ein PC-Kurs bietet einen guten Einstieg und vermittelt Grundkenntnisse. Dann aber gilt: selber ausprobieren und mit Bekannten fachsimpeln!
Wird der PC bald zu einem selbstverständlichen Haushaltgerät wie die Waschmaschine oder der Staubsauger? Der Computer hat in unserem Alltag bereits seinen sicheren Platz gefunden. Wir können oft gar nicht mehr auswählen, ob wir ihn benützen wollen oder nicht.
Es kann sein, dass ich mein Auto auf einem nummerierten Parkplatz abgestellt habe. Nun muss ich mich nicht mehr hin und her bemühen, um den Parkschein hinter der Windschutzscheibe zu platzieren. Wenn ich beim Automaten richtig tippe, habe ich den Platz für eine bestimmte Zeit gepachtet und alles ist registriert und gespeichert.
Auch die Vorteile und Erleichterungen eines Handys können wir nur nutzen, wenn wir uns in den verschiedenen «Menüs»zurechtfinden. Wenn wir PC- Grundkenntnisse besitzen, fällt es uns leichter, Geräte wie das Handy oder Parkautomaten zu bedienen.
Welche Grundkenntnisse benötigen wir nun aber? Um einen PC zu kaufen, brauchen wir minimale Hardware-Kenntnisse. Damit wir die richtigen Programme installieren, sollten wir etwas wissen über Hersteller und ihre Produkte. Ähnlich geht es uns, wenn wir im Internet surfen und E-Mails verschicken wollen. Wer sich schliesslich in die Computerwelt eingearbeitet hat, kehrt nicht mehr zum alten System zurück. Der PC erleichtert viele notwendige Tätigkeiten in Betrieb und Haus.
Buchhaltung führen, Briefe, Protokolle, Stellenbewerbungen, Arbeitszeugnisse schreiben - kaum jemand kommt um solche Büroarbeiten herum. Weil wir alles speichern und wieder hervorholen können, weil wir nach Lust und Laune überarbeiten und ändern können, brauchen wir uns nicht mehr für Stunden in das stille Kämmerchen zurückzuziehen, um so wir unter enormer Konzentration eine ordentliche Arbeit zustande zu bringen.
Wenn der PC-Kauf unmittelbar bevorsteht oder schon getätigt ist, müssen wir entscheiden, wie wir in die Praxis einsteigen wollen. Um im PC-Alltag nicht an Kleinigkeiten hängen zu bleiben, ist es ratsam, sich ein Grundwissen anzueignen. Das kann im Selbststudium mit Hilfe eines guten, klar gegliederten Lehrmittels oder in einem Einsteigerkurs erworben werden. Die Standard-Handbücher dagegen sind meistens zu ausführlich für den Einstieg. Gut bewährt haben sich Einsteiger-Kurse, die auf dem Lehrmittel «PC-Praxis» aus dem Wings-Verlag basieren. Damit steigt man direkt in die praktische Arbeit mit einem Programm ein und befasst sich erst nach Bedarf mit Hardware, Software, Betriebssystem usw. Man kann ruhig vom alten Prinzip «zuerst Theorie, dann Praxis» wegkommen.
Denn die Lernmethoden haben sich geändert. Anstelle von Auswendiglernen, Wissenpauken und Schnellrechnen werden heute Fähigkeiten und Fertigkeiten geübt. Damit passen sich die Methoden an eine verändertes Lernumfeld an.Wer Kinder und Jugendliche beim Erobern der PC-Welt beobachtet, merkt schnell, dass ihre Neugier, das schnelle Auffassungsvermögen, die Lust am Ausprobieren ihre Grundlagen sind.
«Try and error» (Ausprobieren und Irrtum) oder «Learning by doing» (Lernen beim Tun) sind Schlagwörter für das Lernen der Jungen. Der PC lässt Änderungen und Verbesserungen jederzeit zu. Deshalb ist er ideal für diese Arbeitsmethode.
Nicht mehr ganz jugendliche Einsteiger erinnern sich: Zuerst überlegen, dann ausführen, sorgfältig arbeiten, nicht pfuschen, hiess es damals. So sitzen wir vor unserem Gerät, überlegen, wie wir vorgehen wollen um nichts falsch zu machen und kommen nicht vorwärts. Unterdessen sind die Neugierigen schon weit vorgerückt. Sie mussten vielleicht einen Rückzieher machen, aber schnell haben sie das Richtige gefunden. Und vor allem: es ist nichts Schreckliches passiert.
Jugendliche eignen sich ihr PC-Wissen durch Ausprobieren und Austausch mit KollegInnen an. Menschen, die nicht mit dem Computer aufgewachsen sind, haben jedoch das Bedürfnis, sich zuerst Wissen anzueignen - in einem Kurs oder mit Hilfe von Literatur. Dann erst versuchen sie die ersten Schritte. Für die meisten von ihnen, besonders auch für Frauen, ist aber der Einstieg direkt in die praktische Arbeit viel leichter. Das bringt sofort Resultate und die Lernenden freuen sich an den Möglichkeiten des PC.
In diesem Dossier sollen praktische Grundkenntnisse in drei verschiedenen Programmen vermittelt werden. Meistens gibt es verschiedene Wege, um zu einem Ergebnis zu kommen. Darum sind hier sicher nicht alle - und vielleicht nicht einmal die einfachsten - Wege angegeben. Eignen Sie sich Ihre eigenen Tricks an und vor allem: Probieren Sie aus!
PC-SPRACHE
Die Forderungen nach Frühenglisch-Unterricht in der Volksschule kommen nicht zuletzt aus der PC-Welt. Obschon es viele deutsche Ausdrücke geben würde, werden in Kursen und Büchern vor allem englische Begriffe verwendet. Das führt zum sogenannten Neu-Deutsch, d.h. Deutsch, das mit sehr vielen englischen Ausdrücken durchsetzt ist.. Wer Englisch versteht und die Aussprache beherrscht, findet sich besser zurecht.
Annemarie Schüpbach
erschienen im «Schweizer Bauer» vom 6.1.2001
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